Der Regen plätschert und der Morgen beginnt ganz langsam und leise.

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Atmen

Meine Beine fühlten sich wackelig an, zu lange habe ich sie nicht richtig gebrauchen können, aber ich zwang mich einen Schritt vor den anderen zu tun. Das bisschen, dass ich mich auf der Arbeit und im Alltag bewegen muss reicht nicht, um den körperlichen Verfall aufzuhalten. Ich weiß nicht, was mich mehr vom Gehen abhält, die ständig geschwollenen Knie oder mein Kopf. Auf den Hügel hinter dem Haus kann ich nur sehnsüchtig draufschauen, zu steil für mich ist er geworden.

Die Straße entlang, Stück für Stück, nur eine kurze Strecke, dann geht es zum Fluss hinunter. Erst dort wurde mir klar, wie sehr ich mich nach dem Himmel, den Spiegelungen auf dem Wasser und nach dieser klaren, kalten Winterluft gesehnt habe. Ich sog die Gerüche der Natur ein und verlangsamte meinen ohnehin schon sehr mäßigen Schritt. Meine Schuhe rutschten auf dem weichen, matschigen Boden, mein Blick schweifte von nah nach fern und wieder zurück, genau so, wie meine Gedanken.

 

Kreuz und Quer

Die Gedanken wandern, driften auseinander. Der Kopf sucht nach einem Ankerpunkt, der Körper jedoch verweilt auf der Stelle.

Was fehlt ist das Tun, das Handeln.

Ich brauche die Ruhe, dennoch ist sie mir zuwider. Mein Kopf weht sich gegen die erzwungene Atempause.

Nur die Erinnerung

Die Erinnerung hat viele Gesichter. Sie verfärbt sich, sie verbiegt sich, sie kann uns in die Irre führen. Allzu oft schwemmt sie Gefühle an die Oberfäche, die wir am liebsten vergessen würden.

Ein Lied im Hintergrund, ein Wort, ein beliebiger Sinneseindruck löst eine Gedankenkette aus, die sich irgendwann an einer längst vergessenen Demütigung festhakt und von dort nicht mehr los will.

Die Welt ist in Grau getaucht und unterdrückt alle Farben. Das Einzige, was mich aufrecht erhält ist die Erinnerung an die Sonne.

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